Wahrschein

P2250072„Die großen Wahrheiten des Lebens“ stehen als Stichwort aktuell auf dem Zettel im Blogideekasten. Für mich eher so eine Art pubertäres Thema. Warum? Weil meist die unverdorbene (muahahaha…) Jugend auf der Suche nach Wahrheiten ist. Den großen Wahrheiten des Lebens auf die Schliche kommen will. Begreifen will. Entdecken. Gut so! Hab ich ja  auch gemacht. Versucht. Damals.

Wenn man sich allerdings schon ein paar große Sonnen mit den sogenannten Wahrheiten auseinandersetzt, ihnen hinterher schleicht, stellt man irgendwann fest, dass es sie wohl schlicht nicht gibt. Diese Wahrheiten. Also, die großen und absoluten. Ein paar Fakten oder Thesen mag es geben. Aber diese sind eben nicht für alle Ewigkeit in Stein gemeißelt.
Verschiedene Sichtweisen können aus einer Wahrheit ganz schnell eine Lüge machen, aus halbgarem Verschwörungsgeschwurbel eine Wahrheit. Wahrheit und Schein? Wahrscheinlich doch eher Wahrschein.

Wissen ändert sich,  und damit eben auch oft die damit verbundene Wahrheit. Wahrnehmungen verschieben sich.
Ja, sehr wahrscheinlich ist unsere Erde wirklich keine Scheibe (was ja ziemlich lange als fundamentale Wahrheit galt).
Vielleicht ist sie aber auch gar keine so ganz richtige Kugel, sondern ein Art Ei, welches dauernd seine Form ändert. Oder gar ein überdimensionales Ikosidodekaeder mit runden Ecken und Kanten? Die Messgeräte dafür werden sicher noch von Apple erfunden. Oder eben auch nicht.

Eine Wahrheit im Sinne von Werten? Im Sinne von dem, was man weitergibt? Eine wahrscheinliche Orientierungshilfe bei der persönlichen Wahrheitsfindung?
Nun, da will ich eine uralte norddeutsche Redewendung bemühen. Vielleicht sogar eine Art Wahrheit für mich. Eine der wenigen.

Essissjawiesiss!

Ein Wort nur. Man kann natürlich auch einen Satz daraus machen. Wenn man Sabbelwasser getrunken hat. Oder gerade in einer Talkshow rumsitzt.
Und daran könnte man sich orientieren. An diesem Wortsatz. Dinge so sehen, wie sie sind. In den eigenen Augen, aus dem eigenen Blickwinkel. In diesem Moment. Nicht vor vier Monaten, nicht in zwanzig Jahren. Jetzt!

Dann kann man dies bewerten, für sich selbst. Und handeln, jetzt!

Oder es auch ganz lassen. Dieses Bewerten und Handeln. Aber nicht hin und her interpretieren. Das nimmt dieses „Jetzt!“ aus der Geschichte. Dann muss erst wieder neu hingeschaut werden. Der Moment, ihr erinnert?

Und natürlich wird man für sein Handeln oder auch Nichthandeln die Konsequenzen tragen. Tragen müssen. Irgendwann. Und auch für die gilt, wenn es dann soweit ist, hoffentlich noch: Essissjawiesiss!

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