Tode …

ISBN ePub: 978-3-944195-55-1 ISBN mobi: 978-3-944195-56-8

Christiane Frohmann (Hg.) Tausend Tode schreiben ISBN ePub: 978-3-944195-55-1 ISBN mobi: 978-3-944195-56-8 EUR 4,99; FR 6,00

… und zwar tausend von diesen Toden will Christiane Frohmann  in einem Buch bündeln, einem elektronischen Buch. Ambitioniert, so könnte man es nennen oder auch wahnsinnig. Oder beides?
Tausend Tode zu schreiben, schreiben zu lassen, heißt ja gegebenenfalls auch tausend Menschen zu koordinieren, tausend Texte zu korrigieren, tausend Befindlichkeiten zu berücksichtigen.
Zunächst heißt das auch, erst einmal tausend Menschen zu finden, die etwas dazu beisteuern mögen. In verschiedenen Sprachen auch noch. Klingt nach einer Menge Arbeit, ist es wahrscheinlich auch. Ja, das was dort gemacht wurde und noch wird, ist schon eine anständige Leistung, die mir Respekt abringt. Aufrichtigen Respekt!

Das Thema Tod ist ja nun ein Thema, mit dem Menschen in Berührung kommen. Kommen werden, kommen müssen. Ob sie wollen oder nicht. Zumindest das Nachdenken über die eigene Vergänglichkeit bleibt einem ja früher oder später nicht erspart. Oft unverhofft. Die Verdrängung des Themas funktioniert dann auch meist irgendwie. Aber verdrängt man es dann wirklich?

Ich denke nicht. Bei jeder Nachrichtenmeldung über Tote und Verletzte, aus welchen Gründen auch immer, setzt es wieder ein, das Nachdenken. Latent. Stärker oder schwächer. Bei jeder Beisetzung, der man beiwohnt, bei jeder Übertragung einer Trauerfeier im Fernsehen, an jedem Todestag eines geliebten Menschen oder des geliebten Haustieres. Dann sind es mal einige Sekunden, die schnell beiseite geschoben werden, mal einige Minuten, die man vor sich hin starrt und über das Ende des eigenen Lebens nachsinnt.

Endgültig wird es wohl sein, soviel ist sicher. Ist es das? Sicher? Alles andere drumherum? Tschja nun, berichtet hat ja niemand davon. Vom Ergebnis des Todes. Zumindest nicht glaubhaft. Für mich nicht glaubhaft. Manche Menschen klammern sich an die Vorstellung von einem grellweißen Licht, an die Glückseligkeit eines romantisch verklärten Ortes. Manche nenne es dann das Paradies. Andere nennen es die Hölle. Aber wissen, genau Bescheid wissen? Wer will das von sich behaupten? Ich nicht.

Was kann nun dieses, hier von mir oben und unten beiläufig erwähnte, Buch?
Antworten geben? Eher nicht.

Aber es kann sicher die Minuten des Starrens und des Nachdenkens maximieren. Nicht unverhofft, weil es einen überrollt, sondern bewusst. Wenn man das Buch zur Hand nimmt und liest. Liest, wie andere mit dem Tod in Berührung kamen und kommen. Ausschnitte nur, aber auch Denkanstöße. Häppchenweise. Kurze Geschichten, manchmal 10 oder 12 „Seiten“, manchmal 2 oder 4 Zeilen. Manchmal Einblicke, manchmal Ausblicke. Oft ernst, oft anrührend. Selten mal nahezu heiter. Auch frech, aber nie respektlos.

Und dann? Dann kann man eben dieses Buch auch wieder schließen, das Lesegerät abschalten. Noch ein wenig nachsinnen und dann … leben. Ja, leben.
Vielleicht hat man sich selbst in ein paar der Wörter wiedergefunden, vielleicht entdeckt man auch durch das Lesen neue Saiten in sich. Die, die nun ein wenig mehr vibrieren.

Mitmachen kann übrigens jede und jeder. Also fast. Man sollte schon etwas zum Thema Tod erzählen können und auch wollen. Und tippen müsst ihr es dann noch. So wie ich, vor fast fünf Jahren.
Und Kontakt aufnehmen mit dem Ein-Frau-Verlag. So wie ich, vor einigen Tagen. Wie und was,  steht dann alles auch noch etwas genauer im Exposé. Und dann bekommt euer Text eine Nummer in dem Buch. Vielleicht. Meine Geschichte ist nun die 348.

Einen Teil seiner Erfahrungen, gibt man damit ab. Gibt man weiter. An die, die es lesen. Bewerten kann man, so denke ich, keinen der Texte. Sollte man auch nicht versuchen. Dazu sind sie zu unterschiedlich. Die Geschichten in den Texten. Von unterschiedlichen Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen geschrieben. Manche als Tagebuch, andere als Fiktion oder als Gedicht.

Den eigenen Text kann man auch noch woanders veröffentlichen, wenn man das denn will. Stefan Mesch macht das zum Beispiel, oder auch Heike Pohl.
Unter dem Hashtag #1000Tode findet ihr auf Twitter sicher noch einige, die das auch tun.
Ich will das (vorerst) nicht. Denn natürlich könnt und sollt ihr ja das Buch für einen knappen Fünfer kaufen …

Wo? Na hier zum Beispiel, bei minimore.de ist die aktuelle Version seit Freitag schon online, bei den üblichen anderen Verdächtigen: Amazonkindle, beam, bol.de, buch.chbuch.de, buecher. de, ciando, hugendubel.de, iTunes, thalia.at, thalia.ch, thalia.de, txtr, weltbild.at, weltbild.ch und weltbild.de wird es nicht mehr lange daueren, bis die Aktualisierung auf dem E-Book Reader eintrudelt.

… und mich damit steinreich machen? Nein.
Monetär schreiben alle für lau. Menschlich tun sie das ganz sicher nicht.

Das Kindersterbehospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow ist der wohl passende Adressat für die Autor- und Herausgeberanteile am Erlös aus diesem Buch. Das steht auch im Exposé und wäre somit in meinen Augen das i-Tüpfelchen auf diesem wahnsinnig ambitionierten Buchprojekt, welches ich euch heute hoffentlich ein wenig  ans Herz legen konnte.

Was ihr daraus macht, ist nun eure Sache. Kauft es und lest, oder schreibt selbst. Oder beides. Oder eben auch keins davon.

Nur den Tod, den kann man irgendwann eben nicht mehr ignorieren.

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