Aua!

Wenn ich mir daheim weh tue, dann habe ich wohl Heimweh. Sollte man meinen. Nach einem heftigen Hammer-Daumen-Kontakt zum Beispiel. Oder wenn ich mit der oft tödlich verlaufenden Männergrippe auf dem heimischen Sofa darnieder liege sicher auch. Meist im Hals und/oder im Brustkorb, dieses Weh. Fiese Sache so ein Daheimweh während der Männergrippe. Auch wenn die Nase schon ganz wund ist.

Das aktuelle  Stichwort beim Blogideekasten sollte nun aber sicher nicht auf heimische Schmerzen oder Scherzchen mit den Schmerzchen abzielen, sondern wohl eher auf diese epische, brustabschnürende und doch so unbestimmte Sehnsucht nach dem trauten Heim, welche wohl so manchen Menschen in der Fremde hinterrücks überfällt.  Nein, nicht die Sehnsucht nach dem Heim für schwer erziehbare Twitterer, oder dem Schullandheim, sondern eher dem heimischen Herd. Denke ich mal.

Problematisch ist es nun, dass ich es in ca. 42, 7418 Jahren Lebenszeit noch nicht geschafft habe, dieses Gefühl zu fühlen. Oder nee, doch nicht so problematisch.  Ich hörte schließlich schon mal davon, von anderen. Es ist wohl doof.

Nicht, dass ich keine Heimat gehabt hätte, oder habe. Heimat ist dann ja doch irgendwie so ein Ding in der Bedürfnispyramide nach Maslow ziemlich weit unten. Also an der Basis. Schutz, Wärme und Nahrung, all das sollte so ein Heim bieten. Eine Basis, eine Heimat, eben.
Nun finde ich meist recht schnell meine Heimat, mein Heim. Egal wo. Okay, fast egal wo. Ich richte mich meist recht rasch ein. Dafür braucht es nicht unbedingt einen speziellen Ort, oder ein spezielles Umfeld.

Ostfriesland ist zwar schon so etwas wie Heimat, genau wie die Altmark, aber wenn ich mal nicht dort bin, bleibt dieses beklemmende Gefühl trotzdem aus. Dann bin ich eben temporär woanders daheim. Da wo die Teekanne steht, oder der Fernseher. Oder eben auch mal nur mein Schlafsack liegt.

Beruflich oder/und auch privat habe ich die Kontinente, außer der Antarktis, schon durch. Mindestens einmal, aber sicher noch lange nicht vollständig. Wie auch? Schafft man in so einem Leben ja auch gar nicht. Wäre wohl auch zu viel Input für mein kleines Hirn.
Heimisch war ich irgendwie überall. Zumindest ein wenig. Manchmal schon nach Minuten, manchmal erst nach Stunden und sehr selten dauerte es länger als einen Tag.

Und die Familie in der Heimat? Ja, da hält man Kontakt. Via Telefon, Internet oder auch Brief. Oder via alles gleichzeitig. Der Kontakt ist mir dann schon wichtig. Nicht wegen Ostfriesland, nicht wegen der Heimat. Eher wegen der lieben Menschen dort. Und ja, es ist schön, wieder nach Hause zu kommen. Zur Basis.

Und daheim sind es dann eben die Menschen in der Welt, mit denen der Kontakt dann oft nicht abreißt. Ohne diesen Kontakt geht es sicher auch. Eine Zeit lang. Und dann ist es vielleicht doch diese Stimmung, die sich da latent bemerkbar macht. Die Sehnsucht nach den vertrauten Stimmen und Gesichtern. So richtiges Heimweh ist das aber wohl nicht.

Und so schließe ich für heute mit einem Zitat von Christian Morgenstern:

„Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat,
sondern wo man verstanden wird“

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