Was mir am Herzen liegt – (m)eine Bitte an euch

Nun, Katja spricht da (da, direkt unter meinem Geschwurbel) sehr mutig etwas an. Es ist ihr persönlich sehr wichtig. Sicher auch weil sie persönlich betroffen ist.
Ich bin nicht persönlich betroffen. Nicht unmittelbar. Noch nicht. Und ich bin dafür wirklich sehr dankbar, wollte euch aber meine Gedanken dazu nicht vorenthalten.

Ja, auf den Nebenmann achten, oder eben auf die Nebenfrau, meinetwegen auch auf das Nebenfrann, das macht wohl eine Gesellschaft aus. Sollte es zumindest.

Also, achtet auf euch selbst.
Aber dann bitte eben auch auf die Leute neben, vor, hinter, über und unter euch. Egal, ob die ein Bein ab haben, ein Loch im Kopp, oder „nur etwas blass ausehen“. Egal, ob Mann oder Frau, ob lila, gelb, grün oder regenbogenfarben. Egal ob die Krankheit Grippe, Akne, Burn-Out oder wie auch immer heißt. Achtet einfach darauf und kommuniziert! Verbal, direkt. Mit den Menschen. Fragt einfach mal nach.

Wie es denn gerade so geht? Zum Beispiel. Vielleicht auch zweimal. Das tut gar nicht weh. Klar dieser Mensch könnte euch dann seinen Fußpilz zeigen wollen. Das dürft ihr natürlich dankend ablehnen. Aber wenn er/sie/es reden möchte, hört ihm/ihr/ öhemmm… hört einfach zu. Das kostet vielleicht ein wenig Zeit. Sonst nichts. Eine Folge „Berlin-Tag &Nacht“, vielleicht etwas mehr.

Ich denke, nur mit Wegschauen wird es nicht allzu lange funktionieren. Also, alles.

Und wenn es einem eurer Mitmenschen mental nicht so besonders gut geht, und dieser Mensch das zulässt, nehmt ihn mal einfach in den Arm. Das hilft ihm für den Moment mehr, als alle guten (besser: gut gemeinten) Ratschläge.
Falls dieser Mensch es nicht zulässt, dann lasst es. Bleibt einfach in der Nähe. Erstmal.

Sagt euren Mitmenschen weniger, wie sie sein sollen, sondern helft ihnen herauszufinden, wie sie sein wollen. Und dann akzeptiert das bitte. Toleriert es zumindest. Oder helft ihnen auf dem Weg dahin. Ein Stück weit nur.

Danke!

Gedankensprünge

(oder: immer wieder im November)

Meistens bin ich ein optimistischer Mensch und auf der Suche nach positiven Dingen, über die ich mich freuen kann. Ich liebe es zu fotografieren, zu reisen, in der Küche zu wurschteln oder im Garten, in einem Buch zu versinken. All das sind Dinge, die mir gut tun und von denen ich weiss, dass sie recht zuverlässig funktionieren.

„Man kann dir das gar nicht glauben, dass du Depressionen hast, wenn man dich so sieht und mit dir redet.“ sagte mir eine Bekannte vor ein paar Jahren und genau das ist ein großer Anteil der Heimtücke, die Depressionen an sich haben. Man sieht es den Betroffenen oft nicht an. Niemand hinkt oder hat eine laufende Nase. Es gibt keine Beulen, Blutergüsse oder eingegipste Körperteile. Manchmal/bei manchen gibt es Schnitt- oder Kratzwunden, aber die zeigt man natürlich niemandem. Und auch die Tränen versteckt man oft. Von aussen…

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Eine Antwort zu Was mir am Herzen liegt – (m)eine Bitte an euch

  1. Katja schreibt:

    Danke vielmals für’s Rebloggen. Danke noch mehr für deine Worte dazu. Es wird viel zu oft angenommen, gemeint und vermutet, was sein oder was helfen könnte und viel zu wenig einfach miteinander gesprochen, um genau das rauszufinden.

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