Elben

Diese Elben, die kennt ja nun wirklich fast jeder. Die aus Mittelerde. Herr der Ringe.
Na klickerts?
Die Elben bei Tolkien „… zeichnen sich im Allgemeinen durch ihre Unsterblichkeit, ihre Körpergröße – sie überragen Menschen, Zwerge und Hobbits – ihr altersloses Antlitz, eine würdevolle Ausstrahlung sowie eine tiefe Weisheit und Weitsicht aus.
Kein großes Geheimnis, steht zur Not ja auch alles in der Wikipedia.
Aber, ich schweife gerade ab. Darum sollte es heute ja gar nicht gehen. Also schon um Elben, aber nicht die aus Mittelerde.
Derzeitig bin ich ja nördlich von Hamburg zugange, und da liegt es natürlich sehr nahe, dass ich mal wieder ein paar Minuten an einer meiner Elben verbringe. Ja, dem Fluss.  Kommt aus Tschechien und mündet dann irgendwann in die Nordsee. Wird natürlich vorher noch sehr deutlich zum Strom, die Mutter Elbe.

Und genau dort , so auf Zweidrittel vom Strom in etwa, da bin ich aufgewachsen. Altmark, westelbisch. Ein paar Kilometer bis zum Elbdeich, und den Elbauen. Mit dem Fahrrad zu erreichen. Eine Art Kinderspielplatz für mich, diese Elbauen. Wenn denn kein Wasser drin stand. Dafür sind sie ja da, die Auen. Wenn das Hochwasser mal bis an den Deich stand, war das schon eine recht seltene Geschichte. Damals, in meiner Kindheit. Heute ist das anders, aber das ist auch schon wieder eine ganz andere Geschichte.
Meist lag sie also damals in ihrem Bett, die Mutter Elbe. In ihrem Flussbett. Also, floss dort so vor sich hin. Schubverbände, beladen mit Schütt- und Stückgut fuhren stromaufwärts und stromabwärts. Wenn genug Wasser drin war, im Strom. War ja nicht jeden Sommer so. Genau wie sie auch nicht jeden Winter zufror, die Elbe.
Ich erinnere mich, sie überhaupt nur einmal zu Fuß überquert zu haben, weil sie so komplett vereist war.

Und dann wieder die andere Elbe. Meine andere Elbe. Die ohne Schubverbände. Dafür mit Ozeandampfern.
Klar, die sind ja schon längst gelöscht worden, die Schuber. Spätestens in einem der Hamburger Häfen ausgeladen.  Oder umgeladen, auf einen der großen Pötte. Die, die dann mit Schweröl fahren. Auf hoher See.
Hier ist dann auch Tide im Strom. Ebbe und Flut, kennt ihr ja sicher. Tide eben. Die Nordsee drückt und zieht nicht so stark wie daheim in der Ems, aber man kann es sehen. Am Elbstrand, nördlich von Hamburg. Weit stromabwärts von der Elbe meiner Kindheit und Jugend.

Und dann blinzelt man mal wieder auf den vertrauten Strom, und denkt sich so: »Sieht immer noch aus wie damals – riecht immer noch wie damals. Hier biste wieder mal richtig!«
Und so ist es wohl auch das Schicksal meiner Elben, unsterblich zu sein. Zumindest für mich.

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