Inseln

Inseln, ihr wisst schon diese meerumschlungenen Landfetzen. Kaum jemand, der keine kennt. Zumindest von Bildern, aus Erzählungen oder aus einem Buch. „Die Schatzinsel“ zum Beispiel. Viele zieht es dort hin. Zu so Inseln. Im Urlaub, oder drumherum. Einfach mal so. Wenn man es sich leisten kann. Zeitlich und finanziell. Manch einer wohnt und/oder arbeitet auch auf einer Insel. Nur sehr wenige leben dort. Ist ja mitunter auch ein ziemlich begrenzter Lebensraum, so eine Insel. Aber fast jeder mag Inseln. Kaum jemand hat noch nie von einer geträumt. Manche träumen sogar von diesem Leben auf einer Insel.

Natürlich mag ich unsere ostfriesischen Inseln. Das sind die im Wattenmeer vor der Küste Ostfrieslands. Mit dem Finger auf der Deutschlandkarte: die Kleckse oben links in dem hellblauen Nordseedings.  Genau die, die mag ich.
Alle! Auch Spiekeroog mit seinen Braundünen.
Besonders mag ich wohl Borkum, aber das wisst ihr ja schon.
Mit denen vor der heimischen Küste konnte bisher auch keine Insel in meinem Leben mithalten. Nicht Rügen, nicht Kap Verde, nicht Kuba. Auch nicht Kreta, Sumatra oder Usedom.

Liegt sicher auch an der Größe ‚unserer‘ Inseln. Man kann sie umrunden. Locker! Per pedes zur Not.
Auf Juist zum Beispiel läuft man ja nur einen guten halben Kilometer von der Seeseite im Norden zur Festlandseite im Süden. Sehr überschaubar.
Mit dem Fahrrad ist es meist etwas leichter. Auf Borkum radelt man mal eben an den Norddünen vorbei durch das Ostland. Weiter über Nordstrand, quer rüber zum Südstrand und ist Zack! wieder am „nordwestlichsten Punkt“ Deutschlands  angekommen. Das ist machbar. Keine Tagesaufgabe. Der Inselcharakter ist hier noch begreifbar. Unmittelbar von den Waden, über Augen, Ohren und Nase, ins Hirn.

Es gibt dort auch auch keine besonders vielfältigen Kulturen und Subkulturen, keinen Schmelztiegel derer. Nicht mal richtige Städter oder richtige Landeier.
Nur Insulaner und Nichtinsulaner. Jeweils auf den anderen angewiesen. Und so ist auch der Umgang miteinander. Freundlich und höflich, aber nicht überschwänglich.
Mir gefällt das. Auch als Nichtinsulaner.
Ach ja, ein paar Touristen wären da auch noch. Meist nicht sehr viele. Die bleiben oft auch nur kurz, und kommen dann nie wieder. Touristen eben. Kann man also dulden, selbst als Nichtinsulaner.

Und im ganz alltäglichen Leben suchen und finden wir ja auch unsere Inseln. Die kleinen Auszeiten. Die ganz persönlichen Inseln. Das Hören von guter Musik mit den guten Kopfhörern. Sitzen auf Balkon, Terrasse oder am Küchentisch. Allein, oder in Gesellschaft mit vertrauten Menschen. Suchen uns Ruhe oder Lärm als Ausgleich. Frühmorgens, oder spätabends. Lesen, und träumen uns weg. Auch mal auf eine Schatzinsel. Ganz ohne Fähre, ohne Flugzeug, ohne Leistungsschwimmerei. Und trotzdem Insulaner.

Gut möglich, dass Inseln deswegen so beliebt sind.

Tag 26 von 29
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2 Antworten zu Inseln

  1. muellermanfred schreibt:

    Baltrum. Einmal rumlatschen. Schön blöd in Schuhen. Sich wundern, warum die Füße schmerzen. Sind sehr alte Schuhe. Schuhe ausziehen, ab da alles easy. Nur noch Sorge, die Jäger könnten alle Karnickel erwischen. Olle Deichbohrer, diese Karnickel.

    Baltrum. Einmal rumlatschen. Windstärke 8, Springtide angesagt, da muß man auch nicht so lang rumlatschen, weil die Insel kleiner wird. Schnell in den „Seehund“ zum Essen, da drängen sich dann alle aneinander. Später in der Kneipe: die Bedienung meckert. Der Wirt sei nicht da, die faule Sau. Tür geht auf, es ist schon finster, ein bißchen Regen kommt waagrecht reingefegt, steht da der Wirt im Ölzeug. Eben mit dem Schlauchboot in den Hafen gefahren, na, eigentlich über den Hafen, denn der Hafen ist überflutet. „Wo warst du?“ bellt die Bedienung. „In Neßmersiel, Auto hintern Deich fahren. Wasn los?“ „Geh kochen, die Leute haben Hunger!“

    Baltrum. Einmal rumlatschen im Herbst.

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  2. gedankenpiratin schreibt:

    Ich liebe alle Orte am Meer! Dort fühle ich mich mehr zu Hause als hier auf dem Land.

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