Langeweile

Sie ist dann wohl doch ausgeblieben, die von mir latent befürchtete Langeweile. So ganz allein im Heim. Einerseits war bei der Arbeit genug zu tun. Andererseits hatte ich auch daheim meine Zerstreuung. Nicht immer hochgeistig, nicht immer total nachhaltig und sicher war auch das eine oder andere Nickerchen dabei. Aber wer braucht schon ständig einen Anreiz an das Hirn, eine Produktivität selbst in der Freizeit? Ich sicher nicht.

Fernsehserien haben mich ebenso beschäftigt, wie die eine oder andere Zeile Literatur. Auch triviale.  Selbst so ein komplettes AC/DC Album zu belauschen, war mir endlich mal wieder möglich. In Ruhe. Also, laut in Ruhe. Sehr laut!
Dank der ständigen Reklameunterbrechungen der Privatsender, kann ich nun auch den einen oder anderen sehr dringenden materiellen Wunsch meiner Kinder aus der jüngeren Vergangenheit viel besser nachvollziehen. Dieses Wissen wäre ja fast an mir vorbeigegangen.

Nun könnte man fast versucht sein zu glauben, dass ich einen großen Gefallen an meinem wochenlangen Strohwitwertum gefunden hätte. Das ‚großen‘ streite ich schlichtweg ab, den ‚Gefallen‘ kann ich nicht ganz verleugnen. Wochenlang muss das sicher nicht sein, aber mal ein paar Stunden oder Tage, ohne den ganzen Familientrubel haben schon immer zu meiner Entspannung beigetragen. Vier Wochen waren neu. Mal etwas weniger Eile, keine engen Zeitfenster mit irgendwelchen Privatterminen. Oder zumindest kaum. Etwas muss ja im und ums Haus immer gemacht werden, logisch. Oder eben auch nicht. Auch das sonstige Leben zieht ja nicht an einem vorbei, ohne um entsprechende Beachtung zu bitten nerven.

Es war sicher nicht immer ideal, so ohne Familie. Innerlich war ich auch ab und an eventuell etwas wehmütig, aber das wäre nun wirklich nörgeln auf unterstem Niveau. Nein, im Großen und Ganzen betrachtet, ist es für mich sicher auch ein Stück weit Erholung gewesen. Ganz ohne Urlaub zu haben. Den habe ich dann ab morgen. Nach Feierabend, natürlich. Am Sonntag wird die Tochter von Borkum zurück erwartet und am Dienstag dann die Holde und der Sohn. Die Lieblingsmenschen also wieder alle beisammen, das Lodderleben für mich wieder etwas eingeschränkter. Oder auch nicht. So richtig ‚etwas vor‘ haben wir für meine freien Tage ja nicht. Noch nicht, den dreien fällt da aber sicher bald etwas ein.

Ich freue mich darauf.

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