Geburtstag

Geburtstage sind ja immer so eine Sache. Auch die Wünsche dazu. Vor allem die.
Klar kann man Menschen, die man vielleicht nicht jeden Tag sieht, oder sogar noch nie gesehen hat, gerade auch zum Geburtstag mal alles Gute für das neue Lebensjahr wünschen. Oder zur atombombenabwurffreien Vollendung des aktuellen Lebensjahres gratulieren. Oder sonst irgendwas Gutes. Warum auch nicht? So ein Geburtstag ist doch eine schöne Gelegenheit dazu. Nahezu ein Anlass. Mach ich oft, mach ich gerne und von Herzen. Jeder freut sich doch über gute Wünsche. Okay, die meisten freuen sich darüber. Also, fast alle! Denk ich mal.
Aber bei den Menschen in meinem direkten Umfeld tue ich mich da schon etwas schwerer. Woran das liegt? Kaum ne Ahnung. Wahrscheinlich, weil man diesen Menschen ständig das Beste wünscht. Also oft zumindest, ziemlich oft. Gerne auch unterbewusst. Den Geburtstag also extra herausstellen? Wozu?

An seiner eigenen Geburt hat wohl ein Jeder selbst den geringsten Anteil. Ist ja auch eher  eine recht natürliche Sache, wenn man da so fremdgesteuert durch den Geburtskanal saust, und dann das Licht der Welt anglotzt. Ja, es mag stressig sein für das kleine Wesen, aber mal ehrlich: Wer von euch erinnert das noch?

Bei der Geburt meiner beiden Kinder war ich jeweils dabei. Knapp in der Zeit, aber dabei. Und ich erinnere das noch recht genau. Das war für die Holde jedesmal eine echte Ochsentour. Mitlesende Mütter werden das wahrscheinlich so nicht stehen lassen wollen, sondern mit einer mindestens vierstelligen Zahl potenzieren. Also meinetwegen ist so eine Geburt auch eine „Ochsentour hoch irgendwas Vierstelliges“. Mindestens!
Selbst ich, als nur Beisitzer, Händchenhalter und Stirnabtupfer, war beide Male hinterher regelrecht geschafft. Also, nachdem ich die Schrumpelkinder dann gebadet, gesalbt und halbwegs vernünftig angezogen hatte. Aber ich will ja nicht jammern. Es war schön zu sehen, wie Leben entsteht. Und ja, ich war ziemlich stolz auf diese Früchte unserer Lenden. Bin ich immer noch. Meistens. Und stolz auf die Holde. Immer!
Man sollte also eher den Eltern gratulieren. Oder zumindest auch.

Das eine unserer beiden Lendenfrüchtchen wurde heute nun 14 Jahre alt. Die pubertierende Tochter. Gerade von 10 Tagen Ferienfahrt aus Norwegen zurück, wieder halbwegs sauber, ausgeschlafen und leidlich aufgestylt, ging es heute Abend mit einem definitiv unpeinlich bekleidetem Papa ins Restaurant ihrer Wahl. Okay, ich hab ihr das Buffet beim Mongolen schon etwas sehr dringend empfohlen. Aber es war letztendlich ihre Entscheidung. Nachdem wir uns dann die Bäuche vollgeschlagen hatten, sagte sie »Danke, Papa!«.
Und nein, sie bedankte sich nicht einfach für das Abendessen, die Geschenke, oder dass ich sie heute mitten in der Nacht vom Bus abgeholt hätte. Nein, sie sprach von dem, was ich gerade schrieb.

»Danke Papa! Danke, dass Du bei meiner Geburt dabei warst und Mama geholfen hast, mich zu kriegen. Sonst wäre ich jetzt nicht hier.«

Also, so ungefähr sagte sie das. Sehr ernst auch. Ohne großes Geplapper. Hätte ich so nicht von ihr erwartet. Schnief!

Nun wird sie wohl leider doch langsam erwachsen, meine Erstgeborene.

Tag 14 von 29
Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 29Tage, Familie, Kinder veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Geburtstag

  1. wolkenbeobachterin schreibt:

    Herzlichen Dank, hat geklappt. Und sorry, fürs zwei Mal antworten oben. Ich hatte geantwortet und keine Antwort gesehen, also noch mal geschrieben. Kannst Du gern einmal löschen. Lieben Gruß

    Gefällt mir

  2. wolkenbeobachterin schreibt:

    Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Sieht erst mal aus wie böhmische Dörfer, aber ich probiere das Mal. Danke schön. Liebe Grüße von der Beobachterin

    Gefällt mir

  3. wolkenbeobachterin schreibt:

    darf ich mal was offtopic fragen? wo stellt man das ein, dass nur ein teil des beitrags gelesen werden kann?

    Gefällt mir

    • ickemich schreibt:

      Du meinst wahrscheinlich dieses „!–more–“ Tag? (in spitzen Klammern natürlich anstatt „)

      Dann erscheint der Post auf der Startseite des Blogs nur bis zu der Stelle, an der das Tag eingefügt wurde, und man kann bei Interesse auf „weiterlesen“ klicken.

      Das fügst du entweder im Quellcode des Beitrags an der entsprechenden Stelle ein, oder nutzt die Schaltfläche im WYSIWYG Editor.
      Mal sehen, ob der Screenshot eingebunden wird. WordPress ist ja oft voller Rätsel ;)

      Screenshot

      Gefällt 1 Person

Kommentare sind geschlossen.