Familie

Wenn man so allein daheim ist, die eigene Familie temporär ausgeflogen, dann denkt man schon mal ein paar Minuten über Dinge nach.
Dinge, die sonst im Alltag eher untergehen. Dinge die selbstverständlich sind, oder mit der Zeit selbstverständlich geworden sind.  So Dinge eben, wie die Familie. Das Wort hat sicher irgendeinen neupersischen, altgriechischen oder lateinischen Ursprung, und Wikipedia wüsste das auch sicherlich.
Mir ist es egal, wo es herkommt. Das Wort. Ich weiß ja, was es bedeutet. Für mich.
Viel wichtiger finde ich auch, was es für jeden einzelnen bedeutet. Diese Familie. Seine oder ihre Familie.

Und das ist eine der Sachen, bei der man keinem Menschen reinreden sollte. Denke ich.
Für jeden kann Familie eben etwas anderes bedeuten. ‚Mutter – Vater – Kind(er)‘ ist da sicher nur eine Möglichkeit, wenn auch eine hier recht weit verbreitete.
Manche sehen ihre Pfleger als Familie, manche Männer ihren Mann, manche Frauen ihre Frau. Manche denken auch, sie hätten niemanden, und sind sich selbst die Familie. Wobei letzteres sicher nicht dem Wortsinne entspricht. Denk ich mal. Aber nun, auch das gibt es. Haustiere gehören sicher auch zu der einen oder anderen Familie und meist nicht zu Unrecht. Kollegen gehören wohl eher selten zur Familie, und das auch meist zu Recht.

Familie verändert sich auch. Langsam, ja nahezu schleichend, aber ändert sich. Familienmitglieder gehen, auf welche Art und Weise auch immer, andere kommen hinzu. Langsam. Das ist nichts für mal eben über Nacht. So ein richtiges Familienmitglied braucht schon Zeit, bis es da ist, in der Familie angekommen und angenommen ist. Und mindestens genauso lange braucht es, bis man akzeptiert, dass jemand nicht mehr zur Familie gehört.

Also ist Familie eins der langsameren Dinge in unserer oft hektisch gemachten Zeit.
Vielleicht gerade deshalb so wertvoll für mich.

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