Urlaub

Borkum HauptstrandZu den ureigensten Urinstinkten des Urmenschen gehörte es sicherlich auch, sich mal ausgiebig  ins Laub zu legen, und sich auszuruhen. Das sogenannte Urlaub.
Ursächlich wollte ich eigentlich ganz anders beginnen, aber es bot sich so furchtbar an.
Tschulligung!

Nun denn, Urlaub also. Reisen, bummeln, faulenzen, erleben. Daheim, im Gletschereis, auf einer Karibikinsel, im Tretboot oder auch auf Usedom. Die Arbeit, Arbeit sein lassen und der Unruhe des Alltags etwas entfliehen. Lesen. Ruhe finden. Mit einem Boot segeln, so weit der Wind reicht. Unbeschwertheit.

Wenn, ja wenn nicht diese ganzen anderen Urlauber wären. Die Handtuchaufsonnenliegenweitzielwerfer, die Tennissockeninsandalenträger. Ihr wisst schon. Die Nervis, denen das Schnitzel im Sonnenuntergang von Punta Cana nicht deutsch genug schmeckt. Die, denen alles immer zu teuer ist.
Sich schon mittags der Volltrunkenheit hingebende Briten, und andere Landsmänner, sowie ihre vereinsamten rothaarigen Frauen an der Strandbar. Die Partypeople mit den heruntergelassenen Hosen an der alten Stadtmauer. Der Hinflug, und erst recht der Rückflug. Über längere Autobahn- oder Zugfahrten will ich hier erst gar nicht sinnieren.
Der Streit mit der besseren Hälfte über die eigene Effektivität des Urlaubs. Des lange geplanten und teuer bezahlten Urlaubs. Das eigene unruhige Gefühl darüber. Im Urlaub und danach.

Also daheim bleiben? Die Dinge tun, die man schon immer mal tun wollte? Oder auch Dinge, die monatelang liegengeblieben sind? Zusehen, wie die Kollegen, Nachbarn, Freunde in die üblichen Destinationen entschwinden und zwei/drei Wochen später gebräunt und genervt von der Rücktour wieder auftauchen.? Sich dann die Geschichten und Geschichtchen aus einem (wieder mal) perfekten Urlaub anhören? Selbst nichts sagen?

Nun, ich halte es mit Urlaub eher so, dass ich einfach das ganze Jahr hindurch welchen mache. Auch ohne wochenlang frei zu haben. Einige Stunden nur, manchmal nur Minuten. Dafür aber nahezu täglich.  Ja, bisweilen auch tagelang täglich. Immer leicht uneffektiv.
Reisen unternehmen wir sehr gerne. Ist ja auch interessant. Dafür braucht man dann auch  sicher ein paar von diesen freien Tagen aus dem jährlichen Urlaubsanspruch. Aber man sollte in diesen paar Tagen nicht sein Leben komplett anders leben wollen. Wozu auch?
Sich etwas auf sein Reiseziel einlassen, klar. Und die Dinge nicht so streng sehen, okay. Die Kinder nutzen das gerne und regelmäßig aus. Sehr, sehr uneffektiv. ;)

Diese längere freie Zeit, die ja einige immer wieder gern mit selbstgemachtem Stress füllen, verbringe ich gerne mit meiner Familie. Die kurzen freien Zeiten allerdings auch. Und manchmal eben auch nicht. Wenn sie frühmorgens alle noch schlafen, oder mich über den halben Sommer zum Strohwitwer machen. Dann ist dieses uneffektive Alleinsein auch eine Art Urlaub. Für mich.
Einfach mal ins Laub legen und den Himmel beglotzen, bis die Augen zufallen. Urlaub!

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3 Antworten zu Urlaub

  1. Pyrolim schreibt:

    Super. Jetzt weiß ich endlich, woher das Wort Urlaub kommt. Sage niemand, Blogs lesen bilde nicht. Danke dafür.

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