Toleranz

Wie ich ja bereits vor einiger Zeit schon unterschwellig androhte, heute mal ein Auszug aus meinen Gedanken zum Thema Toleranz. Nicht vollumfänglich, nicht mit jedem konform.
Ist ja auch kein Buch, schon gleich gar keine Bibel hier.

Gemeint sind auch nicht die technischen Toleranzen, die in Deutschen Industrienormen festgelegt werden. Das wäre dann wohl schon wieder ein eigenes Thema. Ein eigenes Buch.
Aber Normen ist schon der richtige Einstieg. Welche Normen und Werte dem einzelnen Menschen wichtig, oder eher unwichtig sind, welche Normen abgelehnt, welche Werte vehement vertreten werden, obliegt sicher jedem selbst.
Auch ein Wandel im Laufe des Lebens ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Normen, die „anerzogen“ werden, nur um im späteren Leben bewusst gebrochen und verworfen zu werden, oder eben auch Werte, die mal gerne weitergegeben werden.

Normen setzen eben Grenzen fest. Mehr oder weniger dehnbare Grenzen. Inwieweit man links oder rechts noch Platz hat, bestimmt dann eben die individuelle Toleranz. Im Alltag, im Leben, in der Natur. Ja, und sicher auch immer mal wieder etwas egoistisch. Egoistisch sowohl von einem selbst, als auch vom jeweiligen Umfeld. Sicherlich.

Ich will mich hier auch gar nicht über sogenannte Gutmenschen ausufernd auslassen. 
Nur soviel: Es gibt keine radikale Toleranz. Radikalität und Toleranz schließen sich gegenseitig aus. Somit sind vorschnelle aber latente Rassismus-, Sexismus- und andere Ismusvorwürfe meist als große  Irrtümer, wenn nicht sogar als grober Unfug, zu betrachten. Leider mit dem negativen Nebeneffekt, dass die wirklich radikale Problematiken in unserer Wahrnehmung dadurch oft in den Hintergrund gedrängt werden.

Kann man Toleranz lernen?
Ich denke ja. Auch bei einer … nun… verkorksten Erziehung zu einem Radikalismus, gleich welcher Art, einer Erziehung in den engen Grenzen abstruser, widernatürlicher Normen, kann die Gesellschaft gegensteuern. Wie?
Ich denke nur durch das Tun, durch Vorleben, Vorlieben, durch Taten. Worte können diese Taten zwar unterstützen, sicherlich. Aber das Ergebnis eines positiven toleranten Tuns prägt den Menschen in meinen Augen wesentlich mehr, als alle warmen Worte.
Und natürlich ist er Mensch immer auch selbst gefordert. Gefordert zu sehen, gefordert zu denken, gefordert zu handeln. Dazu braucht es zunächst den Willen des einzelnen zu all dem.

Gibt es Grenzen? Grenzen der Toleranz? Ja, ich meine schon. In einigen der eingangs beschriebenen Normen. Normen, die sicher variabel sind, Normen die sich diskussionswürdig verändern. Normen die auch schon so alt sind, dass selbst ich den Ursprung nicht mehr kenne.
Ich rede nicht von dem Potpourri an Normen und Werten der verschiedenen Gesellschaftsentwürfe auf dieser Welt, sondern von allgemeingültigen Dingen. Normen wie Leben und Tod, Werte wie  Achtung, Respekt und Ehrlichkeit. Freiheit, natürlich Freiheit. Und Liebe.
Ja, auch Gefühle sollten uns etwas wert sein, sollten ein Wert sein.

Nein, ich muss nicht jedes Randgruppenmitglied als guten Kumpel an meine Brust drücken. Aber ob ich das tue oder nicht, sollte primär auch nichts mit der jeweiligen Randgruppe zu tun haben, sondern mit dem Menschen an sich. Mit seinem Leben. Es gibt sicherlich auch  … öhem … z.B. … sich vegan ernährende Politiker, die durchaus auch kumpelig sein können. Also, vielleicht! Gibt es doch, oder?
Und nein, nicht jeder sich ereifernde Stammtischheld, dem durch mafiöse osteuropäische Strukturen das Auto abhanden gekommen ist, mutiert zwangsläufig akut zum Rassisten. Ich selbst übrigens auch nicht, nur weil ich Negerküsse weiterhin Zigeunerschnitzel nenne.

Ja, ich muss nicht jeden Quatsch mitmachen, auch wenn der Quatsch letztendlich keinem ernstlich schadet. Ich kann es aber. Und ich kann tolerieren, dass andere solcherlei gerne mal tun. Oder es eben auch nicht tun.

Und das kann man lernen. Das Tolerieren. Denk ich mal.

Man muss vielleicht dafür etwas zurückstecken, in seinem Neid, seinem Ego, seinem vorschnellen Urteil,  seinem Anti … wasauchimmer. Sein Umfeld, seine begrenzende Zelle verlassen. Vielleicht nur ganz kurz und gar nicht so weit.  Mit offenen Augen und Anstand durch den Orbit seiner selbst und die Umwelt mit all den interessanten Mitmenschen gehen. Lebensentwürfe anschauen. Nur anschauen, nicht verurteilen, nicht auf der Stelle komplett übernehmen.
Manches mag bisweilen unnatürlich erscheinen, skurril, schwierig, unbequem oder auch anderweitig zunächst ein ungutes Gefühl hervorrufen. Aber wenn man sich immer mal wieder auf das Grundsätzliche rückbesinnt, sicher nicht einfach in unserer grundsätzlich kompliziert gemachten Welt, kann man Toleranz leben. Da bin ich mir sicher.

Versucht es doch mal.  Lebt etwas toleranter.
 

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2 Antworten zu Toleranz

  1. Pingback: Toleranz | ickemich | WestSideBlogger

  2. killefitz schreibt:

    Hat dies auf killefitz rebloggt.

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