Vergessen

In der aktuellen Woche das Thema vom #fotoprojekt2014 ist „Vergessen“?
Puh! Klingt ja einfach. Turnbeutelvergesser!
Zack! Turnbeutel geschnappt und zur nächsten Bushaltestelle. Schnell ein Foto von dem Ding gemacht. Einige sicher noch so, oder so ähnlich.
Ich nicht. Noch nicht. Das Vergessen ist eine Sache, der man ja nicht wirklich oft gewahr wird. Klar, wurde ja auch schon wieder vergessen.
Also nicht verarbeitet, vergeben oder verdrängt.  So richtig vergessen. Weg!
Die Namen von den Mitschülern aus meiner Abiklasse zum Beispiel. Ja, ein paar bekomme ich noch hin, aber alle 22? Waren wir überhaupt 22?
Öhem … nöh! Weg! Okay, das waren ja nur drei Jahre.

Die Namen der Mitschüler aus der 10.Klasse, meist doch 7-9 Jahre mit mir zur Schule gegangen … tschja nun … also … hmm. Das waren bestimmt ein paar mehr, als ich noch zusammenbringen würde.
Waren wohl zu viele andere Namen in der Zwischenzeit, die durch mein Leben gepoltert sind, oder knapp dran vorbei. Namen oder dazugehörige Gesichter, oft fehlt mir eins davon. Von ganz früher nur, aber dann doch wohl vergessen.

Von mir vergessen, völlig unbewußt.

Absichtlich kann man sicher auch etwas vergessen. Als faule Ausrede zum Beispiel. Oder auch einfach, weil die Relevanz dermaßen niedrig, bzw. die Abneigung dermaßen hoch, eingestuft wird, dass etwas keinen Zutritt zum Kurzzeitgedächtnis erhält.
Bei Telefonnummern bin ich da ganz groß drin. Ihr habt sicher ähnliche Eigenarten der Vergesslichkeit.

Meine Kinder sind da ja auch echte Spezialisten drin. Im Vergessen! Im Vergessen von Dingen und Tätigkeiten. Kinderzimmerbödenaufräumen gehört zu den Vergessfavoriten. Unbeliebt und nicht wert, es länger als ein paar Bruchteile von Nanosekunden im Gedächtnis zu behalten.

Also Dinge, die man vergessen will. Fürchterlich negative und aufwühlende Dinge, da tut sich wohl jeder schwer. Mir ist es bisher in meinem Leben noch nicht ein einziges mal vollständig gelungen.
Vergeben? Ja.
Verdrängt? Aber Hallo! Sowas von.
Hat aber nicht geholfen. Erinnerungen sind noch immer da. Negative Erinnerungen. Immer mal wieder, aber da. Also das Gegenteil von weg. Doof!

Ich für meinen Teil schreibe eben viel auf (händisch), leg es dann weg und krame es in unregelmäßigen Abständen wieder raus, um es zu lesen. Zu erinnern, zu reflektieren, herzlich zu lachen meist.
Ja, es wird auch mal ein Tränchen verdrückt, dann schreibe ich das eben wieder auf (händisch), leg es weg und hol… ihr denkt es euch bitte.

Klappt ganz gut. Bisher.
Klappt sicher nicht bei jedem, aber bei mir. Der Kram ist erstmal raus aus meinem Kopf, im Klartext und mit aktuellem Kommentar versehen zwischen zwei Pappdeckel gewandert. Weg!

Also mithin, vergessen!

Das muss ich jetzt nur noch irgendwie photographieren und dann hätte ich in dieser Woche auch ein Bildchen für das #fotoprojekt2014.

Ach nee, hab ich ja nun schon!
Ganz vergessen!

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Eine Antwort zu Vergessen

  1. muellermanfred schreibt:

    Ich habe hier ganze Schubladen mit Zetteln. Ich mach’ mal eine für dich auf, warte kurz … *raschel* … Was haben wir denn da? Einen Bierdeckel …

    „[im ,Stiefel‘] Moritz kommt rein. Nie zuvor gesehen. Fragt mich, ob ich Kicker spiele. Nein. ,Schade. Für dich.‘ Er bestellt zwei Bier, weil ich auch nach einem gewunken habe. Freundlich. Riecht süßlich.“

    *kram*

    Gedichte … Mannmannmann. Ist das zu glauben? Ich habe Gedichte geschrieben. … Exposés, Notizen für Geschichten … hätte ich besser nicht aufgemacht – viel zu viel zu tun da drin … Aber, halt! Das ist ’ne nette Idee … vom 11. September 2004, Überschrift: „Dämmerung“ … oha, der Typ ist echt krank … jetzt kommt die Frau … na klar! … *blätter* … Nein, das klappt nicht. Kann nicht. Oder doch? … Interessant! Das sollte ich wirklich oben auf den Stapel legen.

    *wühl*

    Ein Gedicht über Frau Holle. Ist es zu glauben? Metrum hakt noch, müßte man mal … Auch von 2004. Scheint ein guter Jahrgang gewesen zu sein. Ach, stimmt, da hatte ich noch zuviel Zeit.

    *tiefer.wühl*

    Oh, eine Liebesgeschichte! Aber was für eine: ganz leise, Kammerspiel am Rheinstrand … hm, könnte funktionieren. Mal ‘ne Woche Urlaub einplanen. … Und was ist das? … Au Backe, da unten sind die dicken Dinger, halbfertige Romane aus der Schreibmaschinenzeit. Du glaubst es nicht! Da sind sogar fingerdicke Stapel Handgeschriebenes dabei. Ich bin also „Ich habe mit der Hand geschrieben“ Jahre alt … Okay, ich hatte eigentlich was anderes vor heute nacht, aber jetzt wühle ich mal weiter. Herzlichen Dank!

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