Natur

Da strömen sie nun wieder in die freie Natur, die Menschenmassen. Wie frei auch immer sie sein mag, die Natur. Und die Massen. In Freibäderfliesen gezwängt, im Lauf des Flusses schon lange begradigt, als wohlgeordneter Nutzwald im nahen Erholungsgebiet repräsentabel von emsigen Aufräumern hergerichtet. Monokultiviert und/oder bodenversiegelt. Die Natur, und wohl  leider auch schon  etliche Menschen.

Letztendlich wird es aber doch noch fast jeder kennen. Das kleine Stück unberührter Natur. Meist etwas entfernt von unseren Behausungen. Von Behausungen allgemein. Etwas wild, etwas chaotisch regeneriert.
Damals, und dann jedes Frühjahr, jeden Sommer aufs Neue. Nur den eigenen Regeln unterworfen, den Regeln der Natur. Dort am See, wo die Wurzeln der Bäume bis ins Wasser reichen. Am Waldrand, die kleine Ecke mit dem vor Jahrzehnten schon umgestürzten mächtigen Baum.

Einige kennen das heutzutage vielleicht auch gar nicht mehr, das finde ich mehr als schade. 

„Die Natur braucht sich nicht anzustrengen, bedeutsam zu sein. Sie ist es.“,
prägte Robert Walser einmal. Und ja, auch selbst in den aufgeräumten und durchorganisierten Naturräumen der heutigen Naherholung lässt sich keine dauerhafte Unruhe in die naturgegeben Ruhe hineinbringen. Man muss nur mal das imaginäre Makroobjektiv auf eins seiner Augen schrauben. Meinetwegen nehmt eines dieser High-Tech-Geräte dazu, wenn ihr nicht imaginieren mögt. Im Kleinen dann an der Grasnarbe schauen. Am Wurzelansatz der abrasierten Gräser, der in Form gestutzten Sträuche und Bäume. Am Ufer, unter dem Schilf. Seht ihr? 

Die Luft, auch im Nutzwald, ruhig mal tief einsaugen. Durch die Nase, natürlich! Aber ruhig!
Da ist es dann wieder, altbekannt und doch immer wieder neu. Dieses Gefühl von damals, aus dem letzten Jahr vielleicht erst. Bedeutsam auch im Kleinen, in den kurzen Momenten. Niemand kann sich dem auf Dauer entziehen und zumindest die Erinnerungen an die Orte mit sogenannter unberührter Natur sind schnell wieder da.

Und wenn nicht, dann werden solche Momente nun zu so einer Erinnerung.

Abrufbar schon morgen, in einer Woche, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. Immer wieder. Auf der Wiese im Freibad, beim Spaziergang um den kleinen See im Wald, oder auch einfach nur im Garten, auf der eigenen kleinen Scholle.

Geht ruhig mal raus, und bleibt natürlich! 

 

 

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2 Antworten zu Natur

  1. darksun666 schreibt:

    Hat dies auf darksun666 rebloggt.

    Gefällt mir

  2. Pingback: Natur | ickemich | WestSideBlogger

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