Ordnung

“Ordnung führt zu allen Tugenden. Was aber führt zur Ordnung?” behauptete und fragte sich seinerzeit schon Lichtenberg.
Nun sind wir Deutsche ja immer noch mit dem Stereotyp der Ordentlichkeit gezeichnet. Neben Höflichkeit, Fleiß und Pünktlichkeit sicherlich. Aber der Drang, wenn nicht sogar der Zwang zur Ordnung scheint in unserem Landstrich eine recht große Außenwirkung zu besitzen. Haben wir wirklich diese Neigung?

In positivem Sinne denke ich, ja. Im negativen Sinne denke ich das allerdings auch oft. Regeln aufzustellen scheint mir eine der Lieblingsbeschäftigungen unserer Einwohner zu sein. Auch unsinnige und unnütze Regeln und Gesetze. Reglementierungen des selbstbestimmten Lebens zumeist. Wer darf wann welche Drogen konsumieren zum Beispiel, oder wie viele Frauen müssen in so einem kasperigen Vorstand sitzen. Weiteren lebenseinschränkenden Unfug bitte hier … selbstständig einfügen. Danke!

Auch verschiedene, mit der Zeit bei uns entstandene Kulturkreise in unserem Land haben daran nicht viel ändern können. Eher im Gegenteil. Neue Regeln wurden deswegen installiert. Geht ja schon bei der Regelung der Bezeichnung dieser Kulturkreise los, ob die Menschen das nun so wollen, oder nicht. Es wird geregelt. In Satzungen und Hausordnungen niedergeschrieben. Muss ja alles seine Ordnung haben.

Von der gesetzlichen Regelungswut aber mal ganz abgesehen, besitzt doch jeder so ein Faible für eine gewisse Ordnung. Mehr oder weniger stark ausgeprägt, in der Durchsetzung verschieden, aber im Grundsatz existent.
Wir ordnen recht gerne und oft. Nach Form und Farbe in Sockenschubladen, nach Größe, alphabetisch exakt in Listen. Auch gerne mal nach Geschmack, die leckeren Sachen immer griffbereit, das kalte Bier nach vorne, die ungekühlten Flaschen dahinter, in den Kühlschrank. Wir ordnen ein, in gut oder schlecht.
Wir nummerierenauch viel. So ziemlich alles bekommt eine Nummer, weil es sich dann wohl leichter ordnen lässt. Selbst Kinder oder Ex-Partner.
Okay, Kinder vielleicht nur bei Twitter oder anderen sozialisierenden Netzwerken. Nein, kein Tippfehler dieses sozialisierend.

Schon erwischt? Nein, noch nicht?

Okay, dann schreib ich mal das Wort Besteckschubladeneinsatz.

Jetzt? Immer noch nicht?

CD-Regal
Wartemarkenrolle
Playlist
Treppenhausreinigungsplan
Linksabbiegerspur
Einkaufsliste

Nun dürfte aber auch wirklich der oder die letzte mit dabei sein, und sich wiedergefunden haben. Ist das nun krank, dumm, unnütz, oder auf eine andere Art und Weise negativ?

Ich denke nicht. So lange wir nicht versuchen, unsere eigene Ordnung anderen Menschen ungefragt aufzudrängen, um dabei in deren eigene Ordnung ungebührlich einzudringen, ist das wohl okay.
Man nennt es wohl Toleranz.
Nicht unbedingt eine Kernkompetenz in unserem Land. Komm ich nochmal drauf zurück, aber nicht heute.

Ordnung!
Ordnung vermindert Chaos, spart oft den Zeitaufwand bei alltäglichen Verrichtungen und ja, sie schafft sogar manchmal so etwas wie innere Genugtuung. Zumindest etwas mehr Sicherheit im täglichen Miteinander und Durcheinander, und das ist weder dumm, noch abnormal.
Ordnung liegt wohl in der Natur eines jeden Menschen. Wie gesagt, der/die/das eine mehr, die/das/der andere weniger.
Je nach Umfeld, Erziehung, Lebensentwurf, kurz: nach eigener Fasson.
Toler… ach, nicht heute.

Wie kommt man nun aber zu so einer, möglichst  seiner eigenen, Ordnung?

Das überlasse ich tunlichst jedem selbst, weil es schon so viele nutzlose Bücher gefüllt hat, und noch füllen wird. Anhaltspunkte vielleicht, keine Lösungen.
Viele davon sind allerdings zu so einer Art Bestseller geworden. Das Interesse scheint also vorhanden zu sein.

Bleibt ordentlich!

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6 Antworten zu Ordnung

  1. Pingback: Toleranz | ickemich

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  3. jblank8 schreibt:

    Ich fühle mich nicht mal ertappt, denn ich stehe ganz offen dazu: ich liiiiieeeeebe Ordnung! Der einzige Haken dabei: Ich bin keine Deutsche ;-)

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  4. ickemich schreibt:

    Danke! :)

    (PS: RSS ist via Link über der Kategoriewolke aufrufbar. Feedly sollte ja RSS können ;)

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  5. Ein guter Artikel der viel zusammenfasst was einem helfen kann. Ich habe auch die Erfahrung gemacht das wenn man erst mal beginnt mit dem Ordnung schaffen, man das auch immer weiter fortsetzten kann.
    Ich sage immer äußere Ordnung verhindert inneres Chaos. z.B. aussagen wie „ich hab heute irgendwie gar nichts geschafft“ hört man dann gar nicht mehr. Egal ob es um materielles Aufräumen geht oder das Gedankliche, das umsetzen von Projekten oder Ideen, zu beginn muss eine Ordnung her. Damit man mit Struktur an eine Sache herangehen kann.

    Super dein Artikel!

    Ps. Ich finde dich bei „feedly“ nicht, auch nicht wenn ich nach deiner URL suche, da sollte dann aber zumindest ein Feed zu finden sein der hier automatisch erstellt wird.

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