Wortfriedhof: Gespons

Gescheuchten Igel

Sagte man im 15. Jahrhundert und auch noch eine Weile später: „Das ist mein Gespons(t)“, meinte man weder das Gespenst, noch hatte es etwas mit Unsinn zu tun. Eine Person, die den Begriff offenbar noch vor nicht allzu langer Zeit gebrauchte, war ein Spiegelredakteur bzw. ein 90jähriger Verwandter von Gloria von Thurn und Taxis, der 1992 („nicht allzu lange Zeit“ ist hier zugegebenermaßen relativ) wohl gesagt haben soll: „‚Dieses Luder, dieses Biest'“ Gloria wisse schon, warum sie den Fürsten Goldi genannt habe – als wäre Gespons Johannes nur ein goldenes Huhn gewesen.“

Mittlerweile höchstens scherzhaft wurde „Gespons“ bzw. „gespunse“ im Mittelalter noch für „Bräutigam, Verlobter, Ehemann“ verwendet und lebt heute z.B. im englischen „spouse“ fort. Ursprünglich stammt es vom lateinischen Wort „spondere“ – „geloben, versprechen“ ab.

Läge eine mögliche Konnotation zu Gespenst/Unsinn nicht für mich auf der Hand, würde ich sagen, wir sollten auch dieses Wort wieder einführen, weil es…

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