Lernen

„Lernen, lernen und nochmals lernen.“

Von Wladimir Iljitsch Uljanow überliefert, ob von ihm selbst gedacht, oder von einem seiner Lehrer übernommen, sei einmal dahingestellt. Auch ohne letztendlich überzeugter Leninist geworden zu sein, hat mich dieser Satz seit meiner Jugend begleitet. Ich möchte sogar behaupten, ein wenig geprägt.

Aus dem Leben, aus der Natur, von anderen Menschen lernen wir alle täglich, ja nahezu minütlich, sekündlich. In den möglichsten und unmöglichsten Situationen. Sicher, der eine mehr, der andere weniger. Oft genug auch nur zwangsläufig. Darüber hinaus, scheint es mir auch bisweilen, haben sich schon viele zu sehr eingerichtet. Eingerichtet in dem Wissenkämmerlein ihres Lebens. Lernen nicht mehr dazu. Oder nur sehr wenig. Zumindest nicht freiwillig.

Das finde ich schade.
Denn nur das ständige Lernen, auch und gerade über den eigenen Horizont hinaus, mit voller Absicht, macht uns doch erst zu dem, was wir sind. Das Verharren im eigenen kleinen Mikrokosmos kann für eine gewisse Zeit sicher sehr erholsam sein, aber für mich persönlich ist das eben dauerhaft nicht ausreichend.

Natürlich versuche ich, realistisch zu bleiben. Den Ozean des Wissens werde ich in meinem Leben sicher nicht bis in die tiefsten Tiefen ausloten. Wahrscheinlich dümpel ich sogar zeitlebens, um bei dem Bild zu bleiben, in den eher seichten Randgewässern herum. Aber meine Neigung, mein Streben, geht doch zumindest fort, fort von der sicheren Küste.

Auch das Ergebnis meines Lernens lässt sich sicherlich nur schwer manifestieren.
Vorerst ist das Tun für mich ausreichend. Das Tun in der stetigen Veränderung, der Prozess des aktiven Dazulernens. An den verschiedensten Orten, zu verschiedenen Zeiten, in unterschiedlichen Situationen. Vielleicht gebe ich schon meinen Kindern etwas davon mit. Hoffentlich! Und hoffentlich auch noch den Enkeln. Irgendwann!

Ob mir das reicht? Weiß ich nicht. Aber ein paar Tage habe ich ja wohl noch, um auch das zu lernen.

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