Fußball

Der eine oder die andere hat es vielleicht bei Twitter schon mitbekommen.
Derzeitig betreue ich eine mäßig erfolgreiche F-Jugend Mannschaft aus unserem Dorfverein.
Derzeitig deshalb, weil ich derzeitig eben ein paar Minuten dafür erübrigen kann. Das sieht in der nächsten Saison, aufgrund meiner nichtselbstständigen Arbeit und damit einhergehender Verpflichtungen, anders aus. Leider! Dazu später noch was.

Wie kam es aber nun dazu, beziehungsweise ich auf dieses schmale Brett?
Vor einem guten dreiviertel Jahr bequatschte mich die Holde mehr oder weniger intensiv, den Coach in der Mannschaft des Sohnes zu machen. Es waren einfach sehr viele Kinder in den betreffenden Jahrgängen beim Verein. Somit wären die Einsätze als Spieler für den Sohn auch entsprechend sporadisch ausgefallen. Der Spaß am Sport kommt aber bei Kindern nun mal meistens erst, wenn es auch etwas zu gewinnen gibt. Und wenn es nur die Teilnahmemedaille, oder der Pokal für den siebten Platz von sieben Mannschaften ist.
Weiters war es mir bereits in der Vorsaison bei kleinerem Kader aufgefallen, dass man mit dem Sohn mal locker 3 bis 4 Stunden im Landkreis und drumzu unterwegs sein kann. Für eine effektive Spielzeit von 15-20 min. Im November! Draußen! Im Regen!
Mein zugegebenermaßen etwas unsteter beruflicher Zeitplan sah für voraussichtlich 10-12 Monate etwas Ruhe vor, also dachte ich zumindest darüber nach.
Warnungen ob des möglichen Stresses mit Spielern, Eltern, Verein oder Staffelleitung gab es genug, doch waren diese für mich nicht so zwingend, als dass es mich abgeschreckt hätte.

Kurz und gut, nach Klärung einiger Prozederes mit dem Verein, sagte ich zu. Die Kindermeute konnte somit in zwei Mannschaften aufgeteilt werden, und ein weiterer Spielervater unterstützte  mich sogar. Zumindest an den Wochenenden.
So konnte der Spaß nun beginnen.

Ich bin ganz sicher nicht der große Fußballverrückte. War ich nie, werde ich nie sein. Ich bin noch nicht einmal Mitglied in dem Verein, Sohnemann schon. Das sollte mich aber nicht hindern, etwas für den Verein zu tun. Und wenn es nur für eine Saison etwas Jugendarbeit ist.
Die Grundlagen des Spiels kenne ich natürlich, und sportlich mache ich auch so hin und wieder etwas.
Stellungsspiel und die große Taktik der Raumaufteilung brauchen F-Jugend-Fußballer noch nicht vollständig und sicher können. Es reicht in diesem Alter erstmal, wenn sich nicht alle gleichzeitig auf den einen Ball stürzen. Schusstechnik, Passspiel, Kondition, Kondition und Kondition  waren eher vorrangig. Übungen dazu, auch kindgerechte, gibt es zuhauf im Netz. Ich hab mir einige der Trainingseinheiten bei Soccerdrills rausgezogen, auch der DFB stellt einiges online bereit. Mit den anderen Trainern auf dem Platz reden, bringt einen selbstverständlich auch weiter. Also alles kein Hexenwerk, wenn man sich ein paar Minuten damit beschäftigt.

Im ersten Training legte ich mit den Kindern dann die Gundsätze für die kommende Saison  fest. Fairness, Motivation und Disziplin. Und ab dann floss der Kinderschweiß.
Mäßig begabte Fußballerkinder wollten für mindestens die Bundesliga fit gemacht werden. So zumindest scheinen es einige andere Trainer im Jugendbereich zu sehen. Mein Co-Trainer und ich haben uns sehr schnell darauf geeinigt, dass der Sport zunächst einmal Spaß machen soll. Die Kinder dabei zwar schon etwas lernen sollen, aber so lange sie sich bewegen, ist alles gut. Wir beide sind nicht mit einem übersteigerten Ehrgeiz, wie er leider auch bei manchen Spielereltern zu beobachten ist, am Start und ich denke, das bekamen auch die Kinder sehr schnell mit. Spieler, welche bisher nur sporadisch beim Training waren, kamen nun wieder fast regelmäßig und wir hatten sogar einige Neuzugänge.

Irgendwie haben wir es dann bisher auch immer geschafft, die Niederlagen kritisch schönzureden. Auch die eine zweistellige, die zu Null.
Siege, auch die knappen, werden von uns in den höchsten Tönen gelobt. Unentschieden als legendäre Punktgewinne gefeiert. Im näheren und weiteren Umkreis gibt es sicher besser spielende F-Jugend-Mannschaften, aber die fröhlichsten scheinen mir unsere Kinder zu sein. Und fitter sind auch alle geworden.

In der nächsen Saison werden die Kinder nun in der E-Jugend spielen, und wie bereits oben angedeutet wird meine Zeit dann definitiv nicht mehr ausreichen, um ein vernünftiges Training, und eine verlässliche Betreuung der Mannschaft bei den Spielen und Turnieren, zu gewährleisten

Die Trainernachfolge ist seit dieser Woche gesichert, weil sich wiederum zwei Elternteile bereit erklärt haben, etwas von ihrer Zeit nicht nur in den eigenen Nachwuchs zu investieren.
Es war ein wenig Überzeugungsarbeit notwendig, da es zugegebenermaßen doch recht viel Zeit ist, die man da summa summarum mit einem … tschja … Hobby verbringt. Aber es lohnt sich, und ich kann nur jedem empfehlen, so eine Herausforderung anzunehmen, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

Diese Saison bringen wir noch in der „Altbesetzung“ zu Ende, und wenn es nötig und zeitlich machbar ist, werden wir das neue Trainergespann natürlich unterstützen.

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Eine Antwort zu Fußball

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